PETTICOAT passt! Basisschnittmuster

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Schnittmuster Anleitung: Schnittmuster PETTICOAT für passt! nach Ihren persönlichen Maßen in vielen Varianten. Der richtige Unterrock für alle weiten Kleider und Röcke. Bei entsprechender Materialwahl auch als Rock umsetzbar und für eigene kreative Schöpfungen. Einstellbar sind der Bundsitz zwischen Taille und Hüfte, die Bundform, die Rock-Länge, die Anzahl der Bahnen/Lagen sowie die Stärke der Raffung.

Bestell-Adresse dieses Schnittmusters: GP2LINPET

Tags: Lingerie, Petticoat, Unterrock, Tutu


Über den PETTICOAT

Der PETTICOAT ist ein meist mehrlagiger oder mehrstufiger, weiter Unterrock. Ein Petticoat formt den darüber getragenen Rock oder das Kleid, schöpft aus der Weite des Saumes, lässt die Taille schlank erscheinen und die Hüfte dem Schönheitsideal folgend breiter.

Das Wort "Petticoat" setzt sich zusammen aus dem französischen "petit"=klein und dem englischen "coat"=Umhang, Mantel.

Die größte Verbreitung erlangte diese Form des Unterrocks in den späten 1940ern bis zu den frühen 1960er Jahren - den Zeiten des Rock ´n´ Roll und Twist - jeder hat wohl die Silhouette vor Augen.

Aber bereits lange zuvor, seit dem 16. Jahrhundert, wurden die Kleider in verschiedenen Modephasen durch unterstützende Unterröcke optisch erweitert. Oft knöchel- oder bodenlang, waren diese frühen Petticoats meist unter den edlen Roben versteckt, in einigen Perioden aber durch einen vorn geöffneten Oberrock auch visuell wirksamer Teil der Kleidung. Eine Hoch-Zeit der langen Petticoats war das Viktorianische Zeitalter Ende des 19. Jahrhunderts.

Heute sind Petticoats vor allem in traditionellen Nischen wie Squaredance oder Country&Western sowie häufig in der Hochzeits-Mode zu finden.

Mit dem passt! Basisschnittmuster PETTICOAT können traditionelle Unterröcke erstellt werden wie auch kreative Eigenschöpfungen für jeden Anlass.

Einstellbar sind:

  • Rocklänge: Supermini, Mini, Kurz, Überknie, Unterknie, Dreiviertel, Knöchel, Boden
  • Bundhöhe: Taille, 25% Taille-Hüfte, 50% T-H, 75% T-H, Hüfte
  • Bundart: Tunnel/Gummizug, Bund schmal, Bund breit, Bund extrabreit, Elastikbund 15%
  • Anzahl Rocklagen: Eine, Zwei oder Drei
  • Raffung: Gering (1.2x), Wenig (1.5x), Mittel (2.0x), Stark (3.0x), Extrem (4.0x)

Allgemeine Hinweise zum Schnittmuster

Ausdruck

Maßstabgerechter Ausdruck: Beachten Sie in Ihrem PDF-Viewer die Einstellung TATSÄCHLICHE GRÖSSE und überprüfen Sie die Maße des Testquadrats auf der ersten Schnittmuster-Seite (die Bezeichnung der Einstellung und das Aussehen der Druckmaske kann je nach Programm-Version des PDF-Viewers unterschiedlich sein).

Sie können das Schnittmuster auf jedem handelsüblichen Drucker ausgeben. Farbig ist übersichtlicher, es gehen aber auch S/W-Drucker. Typischerweise verwenden Sie Ihren DIN A4 Drucker zu Hause, es können aber auch größere Formate bis zu DIN A0 oder US-amerikanische Papierformate gewählt werden.

Bei großen Schnittmustern können Sie Papier sparen, in dem Sie nur die gewünschten Seiten ausdrucken, z.B. bei verschiedenen Rocklängen.

Auch die Vorspannseiten (Titelblatt, Schnittübersicht, Anleitung) brauchen Sie nicht unbedingt ausdrucken.

Schnittmuster Vorbereitung

Bitte messen Sie nach dem Ausdruck zuerst das Kontrollquadrat 10x10 cm auf der ersten Schnittmuster-Seite nach. Dies stellt sicher, das Ihr PDF-Viewer die Seiten nicht soch versehentlich verkleinert hat.

Die Schnittmuster-Übersischt zeigt, wie die einzelnen Seiten zusammengeklebt werden. Alle Seiten sind rechts unten entsprechend nummeriert.

Die Seiten passen an der umlaufenden, hellgrau gepunkteten Klebelinie genau zusammen.

Für das Zusammenkleben der Seiten schneiden Sie am besten den rechten und den unteren Rand der Seiten an der Klebelinie ab.

Sie können dies mit der Schere tun; viel schneller und genauer geht es natürlich mit einem Papierschneider - falls Sie öfter nähen, lohnt sich die Anschaffung.

Die Seiten werden jetzt wie auf der Schnittübersicht gezeigt zusammengeklebt; erst die Reihen und dann die einzelnen Reihen untereinander.

Sie können Papierkleber verwenden (dies tut unser Team) oder auch transparentes Klebeband (Tipp vieler KundInnen).

Sie brauchen es nicht zu übertreiben mit der Genauigkeit: Kleinere Versätze beim Kleben sind normal und werden beim Materialzuschnitt und beim Nähen allemal ausgeglichen.

Die einzelnen Schnittmusterteile können jetzt ausgeschnitten werden.

Das Schnittmuster beinhaltet keine Naht- oder Saumzugaben. Bitte zugeben. Dies können Sie je nach Ihrer persönlichen Vorliebe entweder auf dem Stoff beim Zuschnitt tun (so wird es bei den Anleitungs-Fotos gehalten) oder auch bereits am Papierschnitt vor dem Ausschneiden.

Vor dem Zuschnitt

Der Stoffbedarf kann aufgrund der vielen möglichen Größen und der unterschiedlichen Anforderungen der Materialien nicht sinnvoll genannt werden. Bitte legen Sie die fertigen Papierschnittteile am Boden aus wie auf der Stoffbahn und ermitteln so den Stoffbedarf der verschiedenen Materialien.

Das Schnittmuster enthält alle formgebenden Teile mit Beschriftung der erforderlichen Anzahl beim Zuschnitt. Falls auf einzelnen Schnittteilen kein Fadenlauf aufgedruckt ist, verläuft er in Druckrichtung von oben nach unten.

Je nach Material und Ausführungswunsch können zusätzlich Verstärkung, Fütterung, Belege, Verschlüsse, Schrägbänder und Dekoration erforderlich sein.

Viel Spaß beim Selberschneidern!

Selberschneidern erfordert je nach dem erwünschten Stück mehr oder weniger Übung und Erfahrung. Gerade bei neuen Schnittmustern immer empfohlen ist die Erstellung eines Musterstückes aus Billig-Material, um Missverständnisse auszuschliessen und gewünschte Änderungen bereits am Papierschnitt vornehmen zu können.

Aber auch Anfänger werden mit etwas Geduld und einem guten Buch der Grundtechniken oder einem Nähkurs erfolgreich sein.


Material

Das grundlegende Ziel eines Petticoats ist, den Saum des darüber getragenen Rockes zu weiten, zu stützen, ohne einen natürlichen Faltenwurf oder die Bewegungsfreiheit zu behindern.

Hierzu ist meist (sehr!) viel Material erforderlich; die Fülle wird durch starke Raffung erzielt. Das Material sollte steif sein, nicht in sich zusammenfallen, aber auch möglichst leicht zum bequemen Tragen.

Die geeignetste Grundlage für einen Petticoat ist deshalb Tüll. Dieses leichte Netzmaterial aus Nylon oder anderen Kunstfasern ist in vielen Farben günstig zu bekommen. Auch edle Varianten in Seide oder Baumwolle sind erhältlich.

Petticoats können aber auch aus anderen leichten, Stoffen hergestellt werden, insbesondere wenn (Teile der) Unterbekleidung sichtbar sein sollen. Für ländliche Mode und Trachten bieten sich beispielsweise luftige, bedruckte Baumwollstoffe an.

Alle diese Materialien sind einzuordnen irgendwo zwischen absolut steif bis frei fließend - entscheidend für die spätere erzielte Ausstellung des Petticoats. Ein erster Eindruck kann bereits im Stoffgeschäft durch Tasten und leichtes probeweises Raffen der vielleicht dreifachen Stoffbreite gewonnen werden. Mehr hierzu im Kapitel "Ausprobieren!" weiter unten.

Bund, Verschluss und Zubehör

Die einfachste Form eines Bundes für den Petticoat ist der Gummizug im Tunnel. Vorteile sind einfachste Erstellung und unkompliziertes An- und Ausziehen. Beachtet werden sollte, dass der Gummizug nicht einschneidet und sich unter der Oberbekleidung nicht abzeichnet, zumal eine Raffung zumindest der Hüftweite auf den Bundsitz erforderlich ist.

Besser sind breitere, anliegende, elastische oder auch feste Bünde. Diese können aus Bundgummi wie auch aus anderen Materialien hergestellt sein. Sehr breite Formbünde bis unter die Hüfte können möglicherweise die komplette erste obere Stufe des Petticoats ersetzen.

Bei nicht-elastischen Bünden muss ein Verschluss (oft in der hinteren Mitte, aber auch seitlich möglich) eingebracht werden. Hier bietet sich ein Reißverschluss an, es können aber auch Haken oder Knöpfe sein. Der Hingucker in einem breiten Bund ist eine vorn oder hinten liegende Schnürung oder ein Corsagen-Verschluss.

Alle Säume sollten sauber abgeschlossen werden. Hierfür eignet sich Schrägband in er passenden Farbe.

Für einen noch besseren Stand des Saumes sorgt ein zusätzlich eingenähtes Versteifungsband, Crinolband, Krinolborte oder im englischen Horsehair Braid genannt.

Verzierung

Wie im Unterwäsche-Bereich allgemein spielt die Verzierung des Petticoats eine wesentliche Rolle, unterstützt die Schönheit der Form dieses Kleidungsstücks wie den Stolz und das Selbstbewusstsein der Trägerin.

Für die Funktionalität eines nicht unter dem Rock sichtbaren Petticoats ist eine Verzierung nicht erforderlich. Minimalistinnen mögen puren Nylon-Tüll verwenden, allseitig gegen Ausfransen umsäumt. Dies ist für den zu erzielenden Form-Effekt die leichteste, ehrlichste Lösung.

Eine elegante Form ist die Verwendung von Schrägbändern für die Säume und die Verblendung der Stufenübergänge. Hiermit kann sowohl einfach eine reine, unauffällige, saubere Verarbeitung erreicht werden (z.B. weißes Schrägband auf weißem Tüll) wie auch farbliche Akzente gesetzt (z.B. rotes Schrägband auf schwarzem Tüll).

Spitzen und Borten jeder Art eignen sich zum unteren Saumabschluss; insbesondere, wenn der Saum des Petticoats unter dem Rock hervorblitzt. Lochborten können die einzelnen Stufen des Petticoats optisch trennen.

Ausprobieren!

Bei der eigenen Herstellung eines Petticoats sind einige funktionale Details eigentlich nur durch Ausprobieren oder durch viel Erfahrung umzusetzen. Das Schnittmuster kann die Passform am Bund sicherstellen, die gewünschte Länge und den generellen Aufbau, aber:

Das verwendete Material für den Petticoat hat gravierenden Einfluss auf die schlussendlich erzielte Form. Die vorgeschlagene Raffung kann hier nur einen Anhaltspunkt bieten, auch ist nicht jede Raffung für jedes Material geeignet. Beim ersten Petticoat unbedingt alles erst lose heften und anprobieren - am besten mit der Ziel-Oberbekleidung darüber. Dann kann hier noch nach Wunsch optimiert werden.

Auch ist eine Frage, ob die einzelnen Lagen / Bahnen bei Überlappung innen oder außen angebracht werden sollten. Dies hat neben dem optischen Unterschied je nach Material auch Einfluss auf die spätere Gesamtform des Petticoats.


Vor dem Zuschnitt

Angaben zum Zuschnitt ist auf den einzelnen Schnittteilen vermerkt. Bundgummi, ggf. Crinolband oder zusätzliches Ziermaterial wird nach Bedarf zugeschnitten.

Wenn Sie den "verkürzten Ausdruck" gewählt haben (sehr wahrscheinlich bei stärkerer Raffung, da sonst unnötig Papier bedruckt wird): Die Breite der jeweiligen 2. und 3. Bahn ist original, die Länge der erforderlichen Bahn steht in großen Zahlen im Schnittteil. Bitte ausmessen und die Bahn in entsprechender Länge zuschneiden. Die Länge/Raffung der Bahnen ist ein Vorschlag bei durchschnittlicher Steifheit des verwendeten Materials und sollte vor dem endgültigen Nähen ausprobiert werden (siehe auch Kapitel oben).

Nähen

[Auf den Bildern wurde schwarzes Garn auf weißem Tüll verwendet, um die jeweiligen Vorgänge deutlicher erkennen zu können. Für Ihre Arbeit verwenden Sie natürlich Garn in Materialfarbe, dann sind die Nähte am fertigen Stück kaum zu erkennen. Für ein noch saubereres Bild können Säume und Lagenübergänge mit Schrägband verbrämt werden.]

Das Nähen des Petticoats sollte immer von unten nach oben erfolgen - also erst die weiten, stark gerafften Stufen an die darüber liegende Stufe; zum Schluss der Bund.

1. Die unteren Säume der einzelnen Bahnen versäubern, je nach Wunsch durch Umnähen oder durch ein Schrägband. Es können wahlweise auch Spitzen oder Borten zur Verzierung verwendet werden.

2. Die untere Bahn auf die Länge der Bahn raffen, auf die sie aufgenäht werden soll. Hierfür werden am oberen Rand zwei parallele gerade Nähte mit großer Stichweite gezogen und NICHT an den Enden vernäht. Jetzt kann vorsichtig am Unterfaden gezogen werden und das Material rafft sich. Die Raffung gleichmäßig über die komplette Bahnlänge verteilen.

3. Die untere Bahn auf oder unter die obere Bahn nähen (s. oben "Ausprobieren!").

Vor dem Nähen des Bundes: Eine Feinkorrektur der Länge ist - anders als bei einem Kleid oder Rock - beim Petticoat aufgrund der Zahl und Saumlänge der Bahnen unten nicht möglich. Deshalb sollte die genaue gewünschte Länge über die Positionierung der einzelnen Bahnen beim Zusammennähen sowie den Bundansatz angepasst werden.

4a. Zum Schluss den Bund arbeiten. Bei einem Formbund die Teile zuschneiden und seitlich zusammennähen (ggf. Verschluss einarbeiten). Die auf Bundbreite geraffte oberste Bahn in den Formbund nähen.

4b. Einen breiten Bundgummi in gewünschter Länge dehnen und an die auf Hüftbreite geraffte oberste Bahn nähen.

4c. Einen Tunnelbund umnähen und das Gummi einziehen.

Fertig!

 

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