Wikinger Trägerkleid

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Schnittmuster Anleitung: Nordisches TRÄGERKLEID aus dem Zeitraum um 935 n. Chr.. Typisches Kleidungsstück aus der Wikingerzeit, vielfältig zu schmücken. Zu diesem Überkleid passen darunter TUNIKA oder COTTE.

Bestell-Adresse dieses Schnittmusters: HFX0935WIKLEID


Informationen zum Wikingerkleid

Über einige typische Kleidungsstücke der Wikinger-Frauen herrscht weitgehendes Einvernehmen, basierend auf Beschreibungen, Darstellungen und Textil-Funden.

Die Rolle der Frau in der Wikingerzeit ist als selbständig und selbstbewusst beschrieben. Dies ist plausibel, war doch die Frau in Abwesenheit des seefahrenden Gemahls verantwortlich für die Organisation der Familie und des Hauses, wie das Symbol des sichtbar an Fibel oder Gürtel getragenen Schlüssels ("Schlüsselgewalt") beweist.

Auch ist die nordische Kultur noch nicht beeinflusst von christlichen Moralvorstellungen und modischen Vorgaben; gefragt ist praktische Kleidung mit Bewegungsfreiheit, ohne elegant am Boden schleifende Überlängen. Aus heutiger Sicht könnte die Kleidung der Wikinger-Frauen im Vergleich zu der Ihrer zeitgenössisch-mediterranen Geschlechtsgenossinnen fast schon als "sexy" bezeichnet werden.

Selberschneidern wollen wir in dieser Ausgabe ein Träger-Kleid aus der Wikinger-Zeit. Das Kleid ist Schienbein-lang, bedeckt nach oben mit geradem, geschwungenem oder leicht gerafftem Ausschnitt gerade die Brust und wird von zwei Schulterträgern gehalten, die vorn mit großen Fibeln oder Spangen, im Sparmodell auch geknotet, gefestigt sind. Je nach anliegender Aufgabe und Reichtum der Trägerin kann das Kleid verziert sein: mit Stickereien, (brettchen-)gewebten Borten oder auch reichhaltigen Ketten zwischen den Träger-Fibeln.

Zur Schmückung des Kleides eignen sich beispielsweise Ketten aus Bernstein, eines typischen Materials des heimischen baltischen Raumes, oder auch aus bunten zylindrischen Glasperlen ("Millefiori"), die im angelsächsischen und nordischen Raum im frühen Mittelalter verbreitet und geradezu in Mode waren.

Das Kleid kann wahlweise von einem Gürtel tailliert werden; viel Platz zur Befestigung von Utensilien aller Art.

Obwohl dieses Modell grundsätzlich wirklich schlicht und sehr einfach zu schneidern ist, erhält es Raffinesse einerseits durch die zahlreich möglichen Accessoires sowie den Kontrast zum und Ergänzung durch das längere Unterkleid.

Der Schnittmusterbogen zeigt zwei Varianten: Ein seitlich geschlossenes, "normales" Kleid (das Musterstück der Frau) sowie eine offene, schürzenartige Variante (das Musterstück des Mädchens, auf jeden Fall von einem Gürtel gehalten). Zum Hals kann ein gerader oder leicht geschwungener Abschluss gewählt werden. Im Schnittmuster ist ein Beleg für den Oberkörper für besseren Sitz und sauberere Verarbeitung eingezeichnet, natürlich können aber an Hals und Arm die Säume - wohl authentischer - auch nur umgenäht werden.

Als passendes Unterkleid, knöchellang mit weitem Rundausschnitt oder auch Fibel-verschlossenem T-Ausschnitt, eignet sich der Tunika-Schnitt, oder auch eine Cotte, hergestellt aus weichem, hautfreundlichem Leinen.

Die passende Kopfbedeckung ist ein quadratisches Kopftuch, im Nacken gesteckt oder geknotet, gern auch mit Stickereien oder Borte verziert. Auch können die geflochtenen Haare mit bunten Bändern durchzogen werden.

Historische Nähtechnik

In den Beispielen werden die Stücke mit aktuellem Material und mit Nähmaschine erstellt. Selbstverständlich können Sie diese authentische Schnittvorlage auch mit historischen Techniken arbeiten.


Allgemeine Hinweise zum Schnittmuster

Ausdruck

Maßstabgerechter Ausdruck: Beachten Sie in Ihrem PDF-Viewer die Einstellung TATSÄCHLICHE GRÖSSE und überprüfen Sie die Maße des Testquadrats auf der ersten Schnittmuster-Seite (die Bezeichnung der Einstellung und das Aussehen der Druckmaske kann je nach Programm-Version des PDF-Viewers unterschiedlich sein).

Sie können das Schnittmuster auf jedem handelsüblichen Drucker ausgeben. Farbig ist übersichtlicher, es gehen aber auch S/W-Drucker. Typischerweise verwenden Sie Ihren DIN A4 Drucker zu Hause, es können aber auch größere Formate bis zu DIN A0 oder US-amerikanische Papierformate gewählt werden.

Bei großen Schnittmustern können Sie Papier sparen, in dem Sie nur die gewünschten Seiten ausdrucken, z.B. bei verschiedenen Rocklängen.

Auch die Vorspannseiten (Titelblatt, Schnittübersicht, Anleitung) brauchen Sie nicht unbedingt ausdrucken.

Schnittmuster Vorbereitung

Bitte messen Sie nach dem Ausdruck zuerst das Kontrollquadrat 10x10 cm auf der ersten Schnittmuster-Seite nach. Dies stellt sicher, das Ihr PDF-Viewer die Seiten nicht soch versehentlich verkleinert hat.

Die Schnittmuster-Übersischt zeigt, wie die einzelnen Seiten zusammengeklebt werden. Alle Seiten sind rechts unten entsprechend nummeriert.

Die Seiten passen an der umlaufenden, hellgrau gepunkteten Klebelinie genau zusammen.

Für das Zusammenkleben der Seiten schneiden Sie am besten den rechten und den unteren Rand der Seiten an der Klebelinie ab.

Sie können dies mit der Schere tun; viel schneller und genauer geht es natürlich mit einem Papierschneider - falls Sie öfter nähen, lohnt sich die Anschaffung.

Die Seiten werden jetzt wie auf der Schnittübersicht gezeigt zusammengeklebt; erst die Reihen und dann die einzelnen Reihen untereinander.

Sie können Papierkleber verwenden (dies tut unser Team) oder auch transparentes Klebeband (Tipp vieler KundInnen).

Sie brauchen es nicht zu übertreiben mit der Genauigkeit: Kleinere Versätze beim Kleben sind normal und werden beim Materialzuschnitt und beim Nähen allemal ausgeglichen.

Die einzelnen Schnittmusterteile können jetzt ausgeschnitten werden.

Das Schnittmuster beinhaltet keine Naht- oder Saumzugaben. Bitte zugeben. Dies können Sie je nach Ihrer persönlichen Vorliebe entweder auf dem Stoff beim Zuschnitt tun (so wird es bei den Anleitungs-Fotos gehalten) oder auch bereits am Papierschnitt vor dem Ausschneiden.

Vor dem Zuschnitt

Der Stoffbedarf kann aufgrund der vielen möglichen Größen und der unterschiedlichen Anforderungen der Materialien nicht sinnvoll genannt werden. Bitte legen Sie die fertigen Papierschnittteile am Boden aus wie auf der Stoffbahn und ermitteln so den Stoffbedarf der verschiedenen Materialien.

Das Schnittmuster enthält alle formgebenden Teile mit Beschriftung der erforderlichen Anzahl beim Zuschnitt. Falls auf einzelnen Schnittteilen kein Fadenlauf aufgedruckt ist, verläuft er in Druckrichtung von oben nach unten.

Je nach Material und Ausführungswunsch können zusätzlich Verstärkung, Fütterung, Belege, Verschlüsse, Schrägbänder und Dekoration erforderlich sein.

Viel Spaß beim Selberschneidern!

Selberschneidern erfordert je nach dem erwünschten Stück mehr oder weniger Übung und Erfahrung. Gerade bei neuen Schnittmustern immer empfohlen ist die Erstellung eines Musterstückes aus Billig-Material, um Missverständnisse auszuschliessen und gewünschte Änderungen bereits am Papierschnitt vornehmen zu können.

Aber auch Anfänger werden mit etwas Geduld und einem guten Buch der Grundtechniken oder einem Nähkurs erfolgreich sein.


Material, Zuschnitt, Nähen

Der Stoffbedarf kann aufgrund der vielen verfügbaren Größen und der unterschiedlichen Anforderungen der Materialien nicht sinnvoll genannt werden.

Bitte legen Sie die fertigen Papierschnittteile am Boden aus wie auf der Stoffbahn und ermitteln so den Stoffbedarf der verschiedenen Materialien.

Das Schnittmuster beinhaltet keine Naht- oder Saumzugabe. Bitte zugeben.

Das Schnittmuster enthält alle formgebenden Teile mit Beschriftung der erforderlichen Anzahl.

Je nach Material und Ausführungswunsch können Verstärkung, Fütterung, Belege, Schrägbänder , Dekoration und Verschlüsse ergänzt werden.

Das Trägerkleid kann in wärmender Wolle oder auch in Leinen hergestellt werden. Sowohl naturfarben für Alltagsaufgaben wie auch (den damaligen Techniken entsprechend) kräftig gefärbte Materialien für repräsentativere Zwecke waren gebräuchlich. Ein farblich passender Leinenzwirn hält das Gewand zusammen.

Anzunehmen ist, dass für diese verbreitete Kleiderform auch erhandelte oder erbeutete Importmaterialen verwendet wurden. Seide wirkt hier mit einem farblich zurückhaltenden, feinen Unterkleid sehr repräsentativ. Oder auch andere Materialquellen vor der Haustür boten sich an: Das Trägerkleid eignet sich hervorragend für die Herstellung aus Leder.

Für die vordere Befestigung der Träger werden zwei Verschlüsse benötigt; schön wirken große, runde Fibeln oder auch Spangen. Wahlweise kann Verzierung angebracht werden - die oben näher erwähnten Stickereien, Borten oder Ketten.

Die Verarbeitung des Kleidungsstücks kann mit authentischen Hilfsmitteln erfolgen: wirklich gebraucht werden eine Schere, Nadel und Faden. Hilfreich sind Stecknadeln, je nach Material ein Dorn zum vorstechen und ein Fingerhut - Ihre Nähhand wird es danken.


Zuschnitt und Nähen

Das Selberschneidern dieses Kleides ist wirklich sehr einfach und absolut Anfänger-geeignet. Wenn Sie schon immer einmal vorhatten ein eigenes Kleidungsstück herzustellen: JETZT ist der richtige Zeitpunkt.

Bitte lesen Sie zuerst die Allgemeine Anleitung zum Ausdruck und zum Zuschnitt in der Beschreibung auf dem Schnittmuster. Dann kann es losgehen:

1. Auch bei diesem einfachen Modell garantiert nur regelmäßige Anprobe den perfekten Sitz. Bereits vor dem Zuschnitt bewahrt das Anhalten des Papier-Schnittteils an den Körper vor groben Missverständnissen. Und während der einzelnen Nähschritte sollte immer einmal wieder geprüft werden, ob das Ergebnis noch den Vorstellungen entspricht.

2. Sobald Sie laut Angaben auf den Schnittmusterteilen zugeschnitten haben, liegen jetzt vor Ihnen:

  • 1x Kleider-Vorderteil im Stoffbruch
  • 1x Kleider-Rückenteil im Stoffbruch
  • 2x Träger

3. Das von Ihnen gewählte natürliche Material neigt möglicherweise stark zum Ausfransen. In diesem Fall die Teile umlaufend gegen Auflösung sichern.

4. Zuerst die Träger arbeiten. Am Umbruch auf Trägerbreite umschlagen und absteppen.

5. Oberen Abschluss an Vorder- und Rückenteil arbeiten - entweder Beleg rechts auf rechts auf Hals- und Armausschnitt nähen, umschlagen und absteppen - oder ohne Beleg knapp nach innen umschlagen und steppen.

6. Jetzt Vorder- und Rückenteil rechts auf rechts aufeinanderlegen und die Seitennähte schließen. Wenn Sie die Schürzenvariante schneidern, ist diese "Seitennaht" unter dem Arm nur extrem kurz und neigt vielleicht später zum Ausreißen; besser mit einem zusätzlichen Stoffstreifen sichern, oder offen lassen und ein Band einnähen zum Binden unter dem Arm.

7. Die Träger einmal feststecken und bei einer letzten Anprobe die genau gewünschte obere Länge und die untere Saumlänge markieren.

8. Die Träger hinten einnähen, säumen.

Ihr eigenes Wikingerkleid ist praktisch FERTIG!

Jetzt können Sie sich noch um die Optimierung des Eindrucks kümmern. Säume können mit Borten oder Stickereien verziert werden. Ketten zwischen den vorderen Verschlüssen werden in der Länge angepasst. Bei dem Musterstück der Frau dient übrigens ein selbstgebastelter Kettenverteiler aus einem festen Stück Leder der korrekten Platzierung der Stränge, es gibt aber auch metallene Lösungen im Handel.

Sie schauen auf dem Titelblatt auf die erste Fashion Doll in der Geschichtsschreibung? Selbstgeschneidert aus einem festen Leinenstoff und bekleidet mit den gleichen Schnittmustern der oben erwähnten Tunika und diesem Wikingerkleid.

 

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