Mittelalterlicher SCHUH und HANDSCHUH

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Schnittmuster Anleitung: SCHUHE und FAUSTHANDSCHUHE in Wendetechnik. Füße und Hände im Winter vor Kälte und bei der Arbeit vor Verletzungen zu schützen, war auch für das einfache Volk des Mittelalters von hoher Bedeutung. Die vorgestellten Modelle waren seit dem frühen Mittelalter im mitteleuropäischen Raum verbreitet und konnten mit haushaltsüblichen Materialien und Techniken hergestellt werden.

Bestell-Adresse dieses Schnittmusters: HXX1000HSS


Informationen zum Kleidungsstück

Füße und Hände im Winter vor Kälte und bei der Arbeit vor Verletzungen zu schützen, war auch für das einfache Volk des Mittelalters von hoher Bedeutung. Die vorgestellten Modelle waren seit dem frühen Mittelalter im mitteleuropäischen Raum verbreitet und konnten mit haushaltsüblichen Materialien und Techniken leicht hergestellt werden.

Während in wärmeren Regionen vor allem die Fußsohle vor spitzen Steinen und heißem Untergrund zu schützen war und so die Sandale - oft aus pflanzlichen Materialien - entstand, wurden in kühleren Gefilden die eigenen Gliedmaßen mit den Fellen erlegter Tiere umwickelt. Dies beweisen zahlreiche frühzeitliche Zeichnungen und schriftliche Erwähnung beispielsweise im Alten Testament; leider sind wie bei allen textilen Gegenständen archäologische Funde aus der Frühzeit rar. Bereits bei den frühen Hochkulturen gab es auf die Fuß- und Handform angepasste, zugeschnittene und genähte Schuhe und Handschuhe in verschiedenen Formen.

Eine über den gesamten Zeitraum des Mittelalters verbreitete Form der Fußbekleidung ist der Wendeschuh; in seinem einfachen zweiteiligen Zuschnitt archäologisch belegt und im damaligen Haushalt mit verfügbarem Material einfach herstellbar.

Ebenso verbreitet für die Arbeit im Winter oder dem Schutz der Hände vor Hitze oder mechanischen Verletzungen war der Fausthandschuh mit extra Daumenteil. Modische Gesichtspunkte, die im Laufe des Mittelalters für wohlhabendere Stände großen Einfluss auf Material und Gestaltung dieser Kleidungsstücke hatten, sollen hier nicht betrachtet werden.


Allgemeine Hinweise zum Schnittmuster

Ausdruck

Maßstabgerechter Ausdruck: Beachten Sie in Ihrem PDF-Viewer die Einstellung TATSÄCHLICHE GRÖSSE und überprüfen Sie die Maße des Testquadrats auf der ersten Schnittmuster-Seite (die Bezeichnung der Einstellung und das Aussehen der Druckmaske kann je nach Programm-Version des PDF-Viewers unterschiedlich sein).

Sie können das Schnittmuster auf jedem handelsüblichen Drucker ausgeben. Farbig ist übersichtlicher, es gehen aber auch S/W-Drucker. Typischerweise verwenden Sie Ihren DIN A4 Drucker zu Hause, es können aber auch größere Formate bis zu DIN A0 oder US-amerikanische Papierformate gewählt werden.

Bei großen Schnittmustern können Sie Papier sparen, in dem Sie nur die gewünschten Seiten ausdrucken, z.B. bei verschiedenen Rocklängen.

Auch die Vorspannseiten (Titelblatt, Schnittübersicht, Anleitung) brauchen Sie nicht unbedingt ausdrucken.

Schnittmuster Vorbereitung

Bitte messen Sie nach dem Ausdruck zuerst das Kontrollquadrat 10x10 cm auf der ersten Schnittmuster-Seite nach. Dies stellt sicher, das Ihr PDF-Viewer die Seiten nicht soch versehentlich verkleinert hat.

Die Schnittmuster-Übersischt zeigt, wie die einzelnen Seiten zusammengeklebt werden. Alle Seiten sind rechts unten entsprechend nummeriert.

Die Seiten passen an der umlaufenden, hellgrau gepunkteten Klebelinie genau zusammen.

Für das Zusammenkleben der Seiten schneiden Sie am besten den rechten und den unteren Rand der Seiten an der Klebelinie ab.

Sie können dies mit der Schere tun; viel schneller und genauer geht es natürlich mit einem Papierschneider - falls Sie öfter nähen, lohnt sich die Anschaffung.

Die Seiten werden jetzt wie auf der Schnittübersicht gezeigt zusammengeklebt; erst die Reihen und dann die einzelnen Reihen untereinander.

Sie können Papierkleber verwenden (dies tut unser Team) oder auch transparentes Klebeband (Tipp vieler KundInnen).

Sie brauchen es nicht zu übertreiben mit der Genauigkeit: Kleinere Versätze beim Kleben sind normal und werden beim Materialzuschnitt und beim Nähen allemal ausgeglichen.

Die einzelnen Schnittmusterteile können jetzt ausgeschnitten werden.

Das Schnittmuster beinhaltet keine Naht- oder Saumzugaben. Bitte zugeben. Dies können Sie je nach Ihrer persönlichen Vorliebe entweder auf dem Stoff beim Zuschnitt tun (so wird es bei den Anleitungs-Fotos gehalten) oder auch bereits am Papierschnitt vor dem Ausschneiden.

Vor dem Zuschnitt

Der Stoffbedarf kann aufgrund der vielen möglichen Größen und der unterschiedlichen Anforderungen der Materialien nicht sinnvoll genannt werden. Bitte legen Sie die fertigen Papierschnittteile am Boden aus wie auf der Stoffbahn und ermitteln so den Stoffbedarf der verschiedenen Materialien.

Das Schnittmuster enthält alle formgebenden Teile mit Beschriftung der erforderlichen Anzahl beim Zuschnitt. Falls auf einzelnen Schnittteilen kein Fadenlauf aufgedruckt ist, verläuft er in Druckrichtung von oben nach unten.

Je nach Material und Ausführungswunsch können zusätzlich Verstärkung, Fütterung, Belege, Verschlüsse, Schrägbänder und Dekoration erforderlich sein.

Viel Spaß beim Selberschneidern!

Selberschneidern erfordert je nach dem erwünschten Stück mehr oder weniger Übung und Erfahrung. Gerade bei neuen Schnittmustern immer empfohlen ist die Erstellung eines Musterstückes aus Billig-Material, um Missverständnisse auszuschliessen und gewünschte Änderungen bereits am Papierschnitt vornehmen zu können.

Aber auch Anfänger werden mit etwas Geduld und einem guten Buch der Grundtechniken oder einem Nähkurs erfolgreich sein.

Historische Nähtechnik

In den Beispielen werden die Stücke mit aktuellem Material und mit Nähmaschine erstellt. Selbstverständlich können Sie diese authentische Schnittvorlage auch mit historischen Techniken arbeiten.


Material, Zuschnitt, Nähen

Der Materialbedarf kann aufgrund der vielen verfügbaren Größen und der unterschiedlichen Anforderungen der Materialien nicht sinnvoll genannt werden.

Bitte legen Sie die fertigen Papierschnittteile am Boden aus wie auf der Stoffbahn / Haut und ermitteln so den Stoffbedarf der verschiedenen Materialien.

Als Material für die einfachen Schuhe und Handschuhe zum Zwecke des Arbeitseinsatzes kommen vor allem Leder, Felle und feste textile Materialien in Frage. Auch Formteile aus Nadelbindung sind möglich, aber aufwendig.

Die Schuhsohle sollte der Belastung entsprechend ausgelegt sein. Festeres Leder, gegebenenfalls mit einer zusätzlichen Einlegesohle, oder festes Fell mit der Haarseite nach innen ist hier angesagt. Herr Ötzi hatte seinerzeit hier Bärenfell gewählt.

Die Materialien werden bei der Herstellung rechts auf rechts zusammengenäht. Die Nähte - speziell am Schuh - werden beim Tragen stark belastet. Entsprechend wird ein wirklich stabiles Garn benötigt. Für Leder, Fell oder sehr feste textile Materialien ist ein Vorbohren der Nählöcher mit einer Ahle und der Schutz des Nähfingers mit einem Fingerhut unverzichtbar. Leder wird mit einer stabilen Schere oder einem Messer zugeschnitten.

Vor dem Zuschnitt nochmals gut überlegen: Die Wahl des Materials hat Einfluss auf die genaue Passform des Stücks, auch können unterschiedliche Naht- und Saumzugaben sinnvoll sein.

Auch ist sowohl beim Schuh wie beim Handschuh eine einfache Anpassung der Höhe von Schaft und Umschlag nach persönlichem Geschmack und Anforderungen möglich.

Bevor Sie sich an die erstmalige Herstellung mit einem kostspieligeren Material wie Leder oder Fell wagen, ist die Herstellung eines schnellen Musterstücks aus preiswertem Material wie Jute oder Kunstfell empfehlenswert. So können gewünschte Passform und Aussehen geprüft und optimiert werden.


Nähen des Wendeschuhs

Für jeden Schuh wird die Schuhsohle, der Oberschuh sowie ein Band für den Verschluss benötigt. Das umlaufende Band hat bei der einfachen, einteiligen Schnittform des Oberschuhs den zusätzlichen Nutzen, die Ferse leicht zu raffen und so ein Herausrutschen des Fußes hinten beim Laufen zu verhindern.

Jetzt zu den einzelnen, wenigen Arbeitsschritten:

Zuerst die Schlitze für das Band in den Oberschuh einschneiden.

Den Oberschuh an der inneren Seitennaht A-B rechts auf rechts zusammennähen.

Jetzt noch den Oberschuh rechts auf rechts an die Schuhsohle nähen.

Wenden.

Je nach Material können jetzt die offenen Säume des Umschlags gearbeitet werden.

Das Verschlussband einfädeln, FERTIG.

Wahlweise kann (je nach Material, gewünschter Dichtigkeit, ...) die angeschnittene Lasche entweder nur durch den Bindeverschluss vorn gehalten oder auch an dem vorderen Schuhausschnitt festgenäht werden.


Nähen des Handschuhs

Für jeden Handschuh wird ein kombiniertes Außen-/Innenteil, ein Daumenteil und ein Verschlussband am Handgelenk benötigt.

Auch hier ist die Verarbeitung recht einfach; und wegen des wohl gewählten leichteren Materials gegenüber dem Schuh auch noch nähfingerfreundlicher:

Zuerst die Schlitze für das Verschlussband im Schaftbereich einschneiden.

Das Daumenteil falten und von X die Daumenspitze rechts auf rechts zusammennähen. Wenden.

Das Handteil falten und rechts auf rechts zusammennähen: Von X über die Fingerkuppen und von Y über Schaft und Umschlag zum Saum.

Den Daumen in das Daumenloch des Handteils stecken und rechts auf rechts einnähen.

Wenden.

Je nach Material können jetzt die offenen Säume des Umschlags gearbeitet werden.

Das Verschlussband einfädeln, FERTIG.

 

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